VUCA, BANI, Transformation, Disruption – die Schlagworte kennen wir alle, aber was bedeuten sie eigentlich im Alltag? Du wachst morgens auf und weisst nicht, was der Tag bringt. Pläne, die gestern noch galten, sind heute Makulatur. Dein Team braucht Orientierung, während du selbst noch suchst.
Wirksam führen, wenn der Boden wackelt
Als Führungskraft wirst du immer wieder gefragt: Wo geht es hin? Was gilt noch? Worauf können wir uns verlassen? Und insgeheim denkst du: «Gute Frage, wüsste ich auch gern.»
Hier liegt jedoch ein Missverständnis, das wir in unserer Arbeit immer wieder beobachten. Orientierung geben heisst nicht, alle Antworten parat zu haben. Es bedeutet, präsent zu sein, zuzuhören und gemeinsam den nächsten Schritt zu machen, auch wenn das Ziel noch im Nebel liegt.
Aber was bleibt verlässlich, wenn alles sich verändert? Die Strategie vom letzten oder vorletzten Jahr ist es nicht. Die Prozesse, die wir kennen, auch nicht. Was wirklich trägt, sind unsere geteilten Werte, eine gemeinsame Mission, ein Motiv für den Weg. Resilienz bewegt sich im Spannungsfeld von Stabilität und Agilität, und wir brauchen beides: einen festen Kern und die Beweglichkeit, uns immer wieder anzupassen.
Unterschiedlichkeit als Ressource
VUCA und BANI verlangen nach Co-Creation, denn komplexe Probleme löst niemand mehr allein. Wir brauchen unterschiedliche Perspektiven, Denkweisen und Stärken. Das klingt gut in der Theorie, ist aber in der Praxis anstrengend. Denn es bedeutet, dass ich mit Menschen, die völlig anders ticken als ich, die anders kommunizieren, anders entscheiden, anders reagieren, wirksam zusammenarbeiten muss.
Mit Gleichgesinnten tauscht man sich leicht aus. Doch wie gehst du mit Persönlichkeiten um, die dich irritieren, die Dinge brauchen, die dir fremd sind?
Man kann von Typologien halten, was man will, aber in einer immer komplexeren Welt sind einfache Tools erstaunlich hilfreich. Es geht dabei nicht darum, Menschen in Schubladen zu stecken, sondern darum zu verstehen, dass nicht jeder dasselbe von mir braucht. Ich muss jeden dort abholen, wo er oder sie steht, meine Sprache anpassen, adaptieren können. Das ist Führungskompetenz.
CEO deiner Gefühle - wirksame Selbstführung
Wer andere wirksam führen möchte, muss erst sich selbst führen. Das klingt nach Binsenweisheit, aber wie oft reagierst du, anstatt bewusst zu agieren? Wie oft hat dich der Impuls, anstatt du ihn?
Unsere Gedanken und emotionalen Bewertungen zu Veränderung beeinflussen unser Handeln massgeblich. Wenn Unsicherheit Angst auslöst, greifen wir zu alten Mustern: Wir kontrollieren, vermeiden, beschönigen – nicht weil es hilft, sondern weil es sich vertraut anfühlt.
Selbstführung bedeutet, zu wissen, was mich triggert und wie ich meine Batterien lade. Es bedeutet, Pausen zu machen, bevor ich sie dringend brauche, und Grenzen zu setzen, bevor ich ausfalle. Die Veränderung, in der wir stecken, ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Wer von Anfang an alles gibt, kommt nicht an. Wer sich selbst führt, bleibt handlungsfähig, auch wenn es lang wird.
Was Teams wirklich brauchen
Patrick Lencioni beschreibt in seinem Klassiker «Die 5 Dysfunktionen eines Teams» die grössten Hindernisse für Teamleistung. Es sind keine Kompetenzlücken, sondern unsere Verhaltensmuster: fehlendes Vertrauen, Scheu vor Konflikten, mangelndes Committment, schwaches Verantwortungsgefühl, zu viel Einzelkämpfertum.
All das verstärkt sich unter Druck. Wenn Unsicherheit steigt, ziehen sich Menschen zurück, sichern sich ab, anstatt Verantwortung zu übernehmen, und vermeiden unbequeme Gespräche, anstatt sie zu führen.
Genau hier setzt resiliente Führung an: Sie schafft Räume, in denen Vertrauen wachsen kann, hält Ambivalenz sowie Spannungen aus und nutzt sie produktiv, gibt Orientierung, auch im Nichtwissen.
3 Fragen für mehr Wirksamkeit
- 1. Worauf kann sich dein Team verlassen, auch wenn sich alles ändert?
- 2. Mit welchen Persönlichkeiten tust du dich schwer und was hat das mit dir zu tun?
- 3. Wann hast du dir zuletzt bewusst Zeit für dich genommen und dein Stressverhalten reflektiert?
Wenn du diese Themen vertiefen möchtest:
In unserem Future Leadership Atelier arbeiten wir genau daran. In kompakten Halbtages-Trainings, im kleinen Rahmen, mit konkreten Tools und ehrlicher Reflexion:
Und für alle, die Abstand brauchen, um klar zu sehen: «Geht’s noch!?»in den Bergen gibt dir Raum für tiefere Reflexion in der Natur.