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Mit Freude intelligent scheitern

Lesedauer: 4 Minuten

Fehler machen ist menschlich. Aber wie wir mit Fehlern umgehen, entscheidet darüber, ob Teams stagnieren oder wachsen. Das Problem ist, dass die meisten Organisationen alle Fehler gleich behandeln. Damit verpassen sie die grösste Lernchance.

Doch wie schaffen wir eine Kultur, in der Scheitern nicht nur erlaubt, sondern – an der richtigen Stelle – sogar erwünscht ist?

Nicht jeder Fehler ist gleich

Amy Edmondson, die Forscherin, die den Begriff „Psychologische Sicherheit“ geprägt hat, unterscheidet drei Arten von Fehlern. Und diese Unterscheidung verändert alles:

Vermeidbare Fehler entstehen durch Unachtsamkeit, mangelnde Übung oder fehlende Prozesse. Die falsche Datei an den Kunden geschickt, die Deadline vergessen, Erwartungen nicht klar kommuniziert. Diese Fehler lassen sich durch klare Standards minimieren – und sollten es auch.

Komplexe Fehler entstehen in unübersichtlichen Situationen, wo viele Faktoren zusammenspielen. Das Projekt scheitert trotz guter Planung, weil sich Rahmenbedingungen verändert haben. Hier geht es nicht um Schuld, sondern um systemisches Lernen.

Intelligente Fehler entstehen beim Experimentieren und Ausprobieren von Neuem. Das neue Produkt kommt beim Kunden nicht an, aber das Team gewinnt wertvolle Erkenntnisse. Diese Fehler sind nicht nur unvermeidbar, sondern wünschenswert, wenn Innovation entstehen soll.

Die entscheidende Erkenntnis: Nur wer diese Unterscheidung macht, kann eine echte Fehlerkultur entwickeln.

Warum intelligentes Scheitern Freude machen darf

Klingt paradox, ist es aber nicht. Intelligente Fehler sind der Beweis dafür, dass ein Team mutig genug ist, Neues zu wagen. Sie zeigen: Hier wird nicht nur verwaltet, hier wird gestaltet.

In vielen Organisationen werden jedoch alle Fehler in denselben Topf geworfen. Mit dem Ergebnis, dass Menschen hören auf zu experimentieren. Sie spielen auf Sicherheit. Und die Organisation verliert ihre Innovationsfähigkeit … schleichend, aber sicher.

Edmondson nennt es „die Kunst des intelligenten Scheiterns“: bewusst Risiken eingehen, schnell lernen, weitermachen. Nicht trotz der Fehler, sondern wegen der Erkenntnisse, die sie bringen.

Das Schlechte zulassen, um das Gute zu erreichen

Erfolge beim Scheitern erzielt man nur, wenn man bereit ist, das „Schlechte“ auf dem Weg zum „Guten“ zuzulassen. Kein Experiment ohne Risiko. Keine Innovation ohne Umwege. Keine Entwicklung ohne Stolpern.

Führung sollte deshalb einen Rahmen gestalten, der Scheitern ermöglicht. Nicht Chaos, nicht Beliebigkeit, sondern einen sicheren Raum, in dem Experimente erlaubt sind und Learnings wichtiger sind als Schuldzuweisungen.

Die Angst vor dem Scheitern – oder noch schlimmer, die Angst, Scheitern zuzugeben – ist ein Hinweis auf niedrige psychologische Sicherheit. Es ist sicherer für das Individuum zu vertuschen und schweigen, statt zu lernen und teilen.

Was ist auf dem Weg passiert?

Als Kinder hatten wir damit kein Problem. Wir sind hingefallen und wieder aufgestanden. Wir haben ausprobiert, sind gescheitert und haben es neu versucht. Ohne Scham, ohne Rechtfertigung. Lernen war ein Spiel und Fehler waren Teil davon.

Und dann? Irgendwann haben wir die Lust am Experimentieren verloren. Schule, Ausbildung, Beruf, überall wurde uns beigebracht: Fehler sind schlecht. Fehler sind peinlich. Fehler kosten.

Die Frage ist: Wie holen wir uns diese kindliche Experimentierfreude zurück? Nicht naiv oder leichtsinnig, sondern mutig und neugierig.

Was du als Führungskraft tun kannst

  • Fehlerarten unterscheiden: Frag nicht nur „Was ist schiefgelaufen?“, sondern „Was für ein Fehler war das?“ Die Antwort bestimmt deine Reaktion.
  • Intelligente Fehler feiern: Schaffe Rituale, in denen Experimente und ihre Learnings geteilt werden, als Inspiration, nicht als Rechtfertigung.
  • Vermeidbare Fehler reduzieren: Hier sind klare Prozesse und Standards gefragt. Keine Schuldzuweisung, aber konsequente Verbesserung.
  • Komplexe Fehler gemeinsam analysieren: Nutze Retrospektiven ohne Fingerpointing. Die Frage ist: Was hat das System beigetragen?
  • Deine eigene Fehlerkultur vorleben: Teile deine eigenen intelligenten Fehler. Zeig, dass Scheitern zum Wachsen dazugehört.

Reflexionsfragen für dich und dein Team

Fazit

Eine gesunde Fehlerkultur bedeutet nicht, dass alles erlaubt ist. Sie bedeutet, klug zu unterscheiden: Wo brauchen wir mehr Disziplin? Wo brauchen wir mehr Mut? Und wo brauchen wir vor allem eines – die Bereitschaft, gemeinsam zu lernen?

Intelligentes Scheitern ist kein Zeichen von Schwäche. Es ist ein Zeichen von Stärke, Neugier und dem Willen, besser zu werden. Und vielleicht auch: eine Einladung, ein Stück kindliche Experimentierfreude zurückzugewinnen.

Psychologische Sicherheit im Team und Team Learning lassen sich messen. Unsere Team Resilienz Analyse zeigt dir auf, wo dein Team schon sehr resilient ist und wo das grösste Potenzial liegt: https://breitenmoser-hr.ch/teamresilienz/

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Fehler machen ist menschlich. Aber wie wir mit Fehlern umgehen, entscheidet darüber, ob Teams stagnieren oder wachsen. Das Problem ist, dass die meisten Organisationen alle Fehler gleich behandeln. Damit verpassen sie die grösste Lernchance.

Doch wie schaffen wir eine Kultur, in der Scheitern nicht nur erlaubt, sondern – an der richtigen Stelle – sogar erwünscht ist?

Nicht jeder Fehler ist gleich

Amy Edmondson, die Forscherin, die den Begriff „Psychologische Sicherheit“ geprägt hat, unterscheidet drei Arten von Fehlern. Und diese Unterscheidung verändert alles:

Vermeidbare Fehler entstehen durch Unachtsamkeit, mangelnde Übung oder fehlende Prozesse. Die falsche Datei an den Kunden geschickt, die Deadline vergessen, Erwartungen nicht klar kommuniziert. Diese Fehler lassen sich durch klare Standards minimieren – und sollten es auch.

Komplexe Fehler entstehen in unübersichtlichen Situationen, wo viele Faktoren zusammenspielen. Das Projekt scheitert trotz guter Planung, weil sich Rahmenbedingungen verändert haben. Hier geht es nicht um Schuld, sondern um systemisches Lernen.

Intelligente Fehler entstehen beim Experimentieren und Ausprobieren von Neuem. Das neue Produkt kommt beim Kunden nicht an, aber das Team gewinnt wertvolle Erkenntnisse. Diese Fehler sind nicht nur unvermeidbar, sondern wünschenswert, wenn Innovation entstehen soll.

Die entscheidende Erkenntnis: Nur wer diese Unterscheidung macht, kann eine echte Fehlerkultur entwickeln.

Warum intelligentes Scheitern Freude machen darf

Klingt paradox, ist es aber nicht. Intelligente Fehler sind der Beweis dafür, dass ein Team mutig genug ist, Neues zu wagen. Sie zeigen: Hier wird nicht nur verwaltet, hier wird gestaltet.

In vielen Organisationen werden jedoch alle Fehler in denselben Topf geworfen. Mit dem Ergebnis, dass Menschen hören auf zu experimentieren. Sie spielen auf Sicherheit. Und die Organisation verliert ihre Innovationsfähigkeit … schleichend, aber sicher.

Edmondson nennt es „die Kunst des intelligenten Scheiterns“: bewusst Risiken eingehen, schnell lernen, weitermachen. Nicht trotz der Fehler, sondern wegen der Erkenntnisse, die sie bringen.

Das Schlechte zulassen, um das Gute zu erreichen

Erfolge beim Scheitern erzielt man nur, wenn man bereit ist, das „Schlechte“ auf dem Weg zum „Guten“ zuzulassen. Kein Experiment ohne Risiko. Keine Innovation ohne Umwege. Keine Entwicklung ohne Stolpern.

Führung sollte deshalb einen Rahmen gestalten, der Scheitern ermöglicht. Nicht Chaos, nicht Beliebigkeit, sondern einen sicheren Raum, in dem Experimente erlaubt sind und Learnings wichtiger sind als Schuldzuweisungen.

Die Angst vor dem Scheitern – oder noch schlimmer, die Angst, Scheitern zuzugeben – ist ein Hinweis auf niedrige psychologische Sicherheit. Es ist sicherer für das Individuum zu vertuschen und schweigen, statt zu lernen und teilen.

Was ist auf dem Weg passiert?

Als Kinder hatten wir damit kein Problem. Wir sind hingefallen und wieder aufgestanden. Wir haben ausprobiert, sind gescheitert und haben es neu versucht. Ohne Scham, ohne Rechtfertigung. Lernen war ein Spiel und Fehler waren Teil davon.

Und dann? Irgendwann haben wir die Lust am Experimentieren verloren. Schule, Ausbildung, Beruf, überall wurde uns beigebracht: Fehler sind schlecht. Fehler sind peinlich. Fehler kosten.

Die Frage ist: Wie holen wir uns diese kindliche Experimentierfreude zurück? Nicht naiv oder leichtsinnig, sondern mutig und neugierig.

Was du als Führungskraft tun kannst

  • Fehlerarten unterscheiden: Frag nicht nur „Was ist schiefgelaufen?“, sondern „Was für ein Fehler war das?“ Die Antwort bestimmt deine Reaktion.
  • Intelligente Fehler feiern: Schaffe Rituale, in denen Experimente und ihre Learnings geteilt werden, als Inspiration, nicht als Rechtfertigung.
  • Vermeidbare Fehler reduzieren: Hier sind klare Prozesse und Standards gefragt. Keine Schuldzuweisung, aber konsequente Verbesserung.
  • Komplexe Fehler gemeinsam analysieren: Nutze Retrospektiven ohne Fingerpointing. Die Frage ist: Was hat das System beigetragen?
  • Deine eigene Fehlerkultur vorleben: Teile deine eigenen intelligenten Fehler. Zeig, dass Scheitern zum Wachsen dazugehört.

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Fazit

Eine gesunde Fehlerkultur bedeutet nicht, dass alles erlaubt ist. Sie bedeutet, klug zu unterscheiden: Wo brauchen wir mehr Disziplin? Wo brauchen wir mehr Mut? Und wo brauchen wir vor allem eines – die Bereitschaft, gemeinsam zu lernen?

Intelligentes Scheitern ist kein Zeichen von Schwäche. Es ist ein Zeichen von Stärke, Neugier und dem Willen, besser zu werden. Und vielleicht auch: eine Einladung, ein Stück kindliche Experimentierfreude zurückzugewinnen.

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